Installation
Klang, Raum, Hören, Farben
Klang-Farbinstallation in einem begehbaren 7000 Liter Weinfass
Weinfass mit Einstieg Blick auf die Installation Durch`s Spundloch

Blick auf die Saiten Blick auf Tonabnehmer Blick auf Stimmwirbel

Die Idee zu meiner Klang/Farbinstallation reicht zurück bis in meine Kindheit, wo ich fasziniert in das Schalloch meiner Gitarre blickte und mir vorstellte wie es wohl wäre, wenn ich direkt dort drinnen sitzen könnte. Aber diese Assoziation kam erst später, als ich schon dabei war, mir Gedanken über eine Klanginstalllation zu machen.
Ich beschäftigte mich zu dieser Zeit mit Heilung in der Musik und erfuhr durch einschlägige Literatur, dass unsere Planeten Frequenzen besitzen. Um z.B. die Frequenz unserer Erde zu errechnen, nimmt man die exakte Zeit einer Erdumdrehung von 23 Stunden, 56 Minuten, 4 Sekunden und errechnet die kleinste Einheit (86.164 Sek. = Schwingung der Erde um sich selbst.) Frequenz und Zeit verhalten sich reziprok zueinander, deshalb teilt man 1 durch die Zeit des Erdentones (86.164 Sek) um die Frequenz des Erdentones zu erhalten. Das Ergebnis ist eine Frequenz von
0,00001160576 Hz
Diese Frequenz ist nicht hörbar, deshalb oktaviert man diese Frequenz in den hörbaren Bereich, der etwa um 16 Hz in den Tiefen beginnt. Nach 24 maligen oktavieren erhält man den hörbaren Ton
G = 194,71 Hz.
Oktaviert man weiter, in diesem Fall 40 Oktaven, dann kommt man auf der 65. Oktave zu einer Frequenz von 428 Millionen Hertz, oder in den Maßen der Physik, zu 700 Nanometern, und dieses entspricht wiederum einem leuchtenden
Orangerot
Die gleichen mathematischen Rechnungen wurden auf die Sonne und den Mond angewendet, sodass es zu folgenden Zuordnungen kam.
Sonne = 365,242 Tage = 31556926 Sekunden = 0,0000000031688765 Hz =
Cis = 136,10 Hz
Türkisgrün
Mond = 29 Tage, 12 Std. 44'3" Sek = Gis =
Gelborange
Soweit die nüchterne Mathematik.
Im stehenden Fass ordnete ich in gleichen Abständen jeweils 6 Positionen von jeweils 11 Klaviersaiten (alle gleiche Stimmlage) an. Die Planetentöne wurden jeweils doppelt in Opposition zueinander mit der jeweiligen Stimmlage und der entsprechenden Farbe installiert. Desweiteren wurden zu den jeweiligen Klaviersaiten Tonabnehmer angebracht. Die Intensität der Farbstrahler ist abhängig von der Anspielstärke des Musikers und wurde über eine Software gesteuert.
Wurde die Einstiegsluke des Fasses geschlossen und die Saiten mit der Frequenz eines Planeten bespielt, so leuchtete jeweils die dazugehörige Farbe mit auf. Die gleichen Hörerlebnisse konnten auch ohne Farbstrahler erlebt werden, wobei die Intensität im Dunkelraum zu noch intensiveren Wahrnehmungen führte. Setzte man sich in der gewölbten Mitte des Fasses und ließ sich bespielen, wurde die Ortung des Tones, aus welcher Richtung er kam nicht mehr wahrgenommen und führte zu einer grenzenlosen Räumlichkeit und Weite.
Letztes Update 08.07.2008 | Copyright© Jeremias Meißner 2006 |

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